Jüdisches Leben im Kreis St. Wendel

Seit den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts waren Juden im heutigen Kreis St. Wendel ansässig. Ihre Siedlungsschwerpunkte waren Sötern, Bosen, Gonnesweiler, Tholey, Herchweiler und später auch St. Wendel. Am 01. März 1935 lebten 291 Bürger/Innen jüdischen Glaubens im Kreis St. Wendel, im gesamten damaligen Saargebiet waren es 4535. Laut "St. Wendeler Volksblatt" lebten am 15.12.1938 noch 683 Personen jüdischen Glaubens im Saarland.


In der Pogromnacht am 09./10 November 1938 wurden die Synagogen in Bosen, Sötern und St. Wendel geschändet und zerstört. Die St. Wendeler Synagoge stand in der Kelsweilerstraße neben dem heutigen Haus Nr. 13. Sie wurde laut St. Wendeler Volksblatt am 24.11.1938 von "städtischen Arbeitern" endgültig abgerissen. Ab November 1938 wurden Diskriminierung und Entrechtung der jüdischen Bevölkerung verstärkt betrieben und auch in allen Zeitungen öffentlich verkündet. Viele Artikel aus dem St. Wendeler Volksblatt zeugen davon. 


Die Ascheteiche von Birkenau. Hier liegt auch die Asche vieler jüdischer BürgerInnen aus dem
Kreis St. Wendel.

Insgesamt wurden mindestens 137 BürgerInnen jüdischen Glaubens aus dem Kreis St. Wendel im Nationalsozialismus ermordet. Darunter 6 Kinder unter 10 Jahren. 27 kamen aus Bosen, 10 aus Gonnesweiler, 8 aus Haupersweiler-Herchweiler, 3 aus Neunkirchen/Nahe, 2 aus Oberthal, 24 aus St. Wendel, 47 aus Sötern, 15 aus Tholey und 1 aus Türkismühle.